Infos und Details zur muslimischen Bestattung

Im Islam gibt es nur die Erdbestattung. Die Verstorbenen werden nach dem Tode rituell gewaschen, in weiße Leinentücher eingehüllt und beerdigt. Das Zusammenspiel von Tradition und Kultur in verschiedenen islamischen Ländern erlaubt kleine Abweichungen im Vollzug der rituellen Handlungen, nicht aber in der Tatsache der Erdbestattung.

Infos zum islamischen Sarg

Der islamische Sarg besteht immer nur aus Vollholz. Außerdem darf der Sarg nicht mit Farbe behandelt werden, sondern muss naturell bleiben. Die oben spitz zulaufende Deckelform ist den Gräbern der islamischen Weisen und Heiligen nachempfunden. Es stilisiert den Zusammenhang zwischen Himmel und Erde.

Muslimische Bestattung – Der Ablauf der islamischen Bestattung

Insofern möglich, wird dem Sterbenden das islamische Glaubensbekenntnis vorgesprochen und das Nachsprechen dieser nahe gelegt. Angehörige rezitieren selber Gebete aus dem Koran oder holen sich Beistand von islamischen Geistlichen. Nach dem Tode wird das Kinn des Verstorbenen zugebunden. Nach Erledigung der notwendigen Formalitäten wird der Verstorbene in einen Waschraum gebracht. Nach der Waschung und der Einhüllung wird der Verstorbene eingesargt und das Totengebet vor der versammelten Gemeinde im Freien abgehalten. Der Sarg wird mit der islamischen Sargdecke bedeckt und mit der rechten Seite gegen Mekka ausgerichtet platziert. Der Vorbeter stellt sich vor den Sarg und beginnt nach dem Erfragen der Freisprechung das rituelle, welches im Stehen vollzogen wird. Ein Niederwerfen beim Gebet vor dem Sarg ist nicht gestattet. Nach dem Totengebet wird der Sarg von der Gemeinde zum Grab getragen, je nach Region im Leinen oder mit Sarg beigesetzt und dort auch von der Gemeinde mit Erde bedeckt. Bei einer Überführung in das Heimatland bleibt die Handlung bis auf das zu Grabe tragen und Beisetzen gleich. Es wird jedoch gemäß internationaler Bestimmungen ein Sarg mit Zinkeinsatz verwendet, dieser wird dann am Bestimmungsort entfernt. Auch ist eine Waschung, auf Wunsch der Hinterbliebenen oder Hinterlassenschaft des Verstorbenen, am Bestimmungsort möglich, es darf allerdings nur einmal rituell gewaschen und eingehüllt werden. Der Islam anempfiehlt aber, dass der Muslim an dem Ort beerdigt wird wo er verstarb, sofern ein islamischer Friedhof vorhanden ist. Der Islam schreibt eine möglichst schnelle Beisetzung des Verstorbenen vor, dies heißt jedoch nicht, dass deswegen gesetzliche Bestimmungen außer Kraft treten müssen, wie zB. Wartefrist oder gerichtliche Obduktion. In vielen Regionen Europas, sowie auch in einigen islamischen Regionen ist die Beisetzung im Sarg Pflicht. Auf alle Fälle kein Hindernis, sofern der Sarg den islamischen Vorschriften entspricht.