Friedhofspflicht nicht mehr absolut

In Österreich müssen ein Sarg oder eine Urne auf einem regulären Friedhof beigesetzt werden.“

Was noch vor kurzem unumstößlich war, gilt in dieser uneingeschränkten Form aber nicht mehr. Denn in Ausnahmefällen kann nach einzuholender Bewilligung der jeweiligen Gemeinde eine Urne auch nach Hause genommen werden. Derzeit sind hierzulande jedenfalls ausschließlich Erd- und Feuerbestattung gesetzlich gestattet. Alle anderen Bestattungsformen können derzeit in Österreich zwar angeboten, aber noch nicht durchgeführt werden.

Auch für sogenannte Naturbestattungen gilt die Friedhofspflicht – soferne der betreffende Friedhof freilich etwa über einen entsprechend gewidmeten Baumhain verfügt.

Ausnahme-Regelungen

Trotz Friedhofspflicht ist es in Österreich prinzipiell gestattet, die Asche einer/eines Verstorbenen zu Hause aufzubewahren oder im eigenen Garten zu vergraben. Mit Ausnahme von Vorarlberg und Tirol räumen sämtliche Bundesländer in ihren Gesetzen die Möglichkeit ein, eine Privatbegräbnisstätte zu errichten.

Aber: auch in Tirol kann diese Bestattungsart in Ausnahmefällen von der Landesregierung bewilligt werden. Und in Vorarlberg wird bereits an einer entsprechenden Gesetzesnovelle gearbeitet.

Bewilligung ist Voraussetzung

Eine Privatbegräbnisstätte muss in jedem Fall behördlich genehmigt werden. Einen entsprechenden Antrag hat man in den Landeshauptstädten beim Magistrat, in kleineren Gemeinden beim Bürgermeister einzubringen. Welche Voraussetzungen im Detail zu erfüllen sind, regeln spezifische Landesgesetze.

Grundvoraussetzung ist jedenfalls generell, dass sowohl der Grundeigentümer als auch die engsten Familienangehörigen eine schriftliche Einverständniserklärung abgeben. Dem Antrag ist außerdem ein Plan des Grundstücks beizulegen, in dem genau markiert ist, wo die Urne platziert werden soll.

Wichtig zu wissen

Bei der Bestimmung der Bestattungsart ist es im übrigen sehr wichtig zu wissen, ob die bzw. der Verstorbene zu Lebzeiten eine entsprechende Verfügung getroffen hat. Die Reihenfolge derer, die andernfalls im Rahmen der Friedhofspflicht und Möglichkeiten eine Bestattungsart bestimmen dürfen, ist wie folgt geregelt:

1. der Ehegatte
2. die Kinder
3. die Eltern der/des Verstorbenen
4. ihre/seine Geschwister
5. weitere Verwandte nach der gesetzlichen Erbfolge