„Staub zu Staub“ am Waldfriedhof

Die Idee einer Baumbestattung am Waldfriedhof beruht auf dem Gedanken, dass die in einer biologisch abbaubaren Urne zwischen Baumwurzeln bestatte Asche eines/einer Verstorbenen nach und nach vom Baum aufgenommen wird und so in gewisser Weise weiterlebt.

In idyllischer Lage

Die Begräbnisstellen befinden sich inmitten der Natur, sind oft mit Efeu bedeckt und nicht weiter gekennzeichnet. Um den Angehörigen dennoch einen Besuch der Grabstelle zu ermöglichen, wird natürlich ein genauer Lageplan erstellt und ausgehändigt. Die Möglichkeit, eine Namenstafel anzubringen, wird zumeist mit einer zentral errichteten gemeinsamen Gedenkstätte geboten, wo auch Blumen niedergelegt und Kerzen entzündet werden können.

Solche Gräber werden üblicher Weise für zehn Jahre vergeben und kosten mit rund 600 Euro ungefähr soviel wie ein gängiges Urnengrab. Darüber hinaus sind keine Kosten wie zum Beispiel für die Grabgestaltung oder pflege zu tragen. Somit kommen Begräbnisstellen im Waldfriedhof besonders jenen entgegen, die nicht darauf vertrauen wollen, dass sich ihre Angehörigen um ihr Grab kümmern, oder die ihren Nachkommen einfach Geld und Mühe sparen helfen wollen.

„Familienbäume”

Oftmals bieten Waldfriedhöfe auch die Möglichkeit, als letzte Ruhestätte für eine ganze Familie zu dienen, denn rund um einen Baum gibt es stets mehrere erwerbbare Begräbnisstellen.

Voraussetzung für eine Beisetzung im Wald ist natürlich stets eine Feuerbestattung. Soll die Asche in der Natur aufgehen, muss eine biologisch abbaubare Urne gewählt werden, die sich binnen einiger Monate zersetzt. Aber auch die Verwendung einer herkömmlichen Urne ist in der Regel erlaubt. Diese Regeln müssen auf jeden Fall eingehalten werden.

Immer beliebter

Mit dem Trend zur Feuerbestattung steigt übrigens auch die Nachfrage an Naturbestattungen in ganz Österreich. Auf dem Gelände des Wiener Zentralfriedhofs etwa steht ein 10.000 Quadratmeter großes Areal mit einem Jahrzehnte alten Baumbestand als Waldfriedhof zur Verfügung. Von den gut 200 Bäumen wurde rund ein Fünftel als Begräbnisstätte für bis zu 12 Urnen ausgewählt.