Der Rosenkranz und seine Rolle beim Todesfall

 

 

 

 

 

Der Rosenkranz ist eine Gebetskette, die im katholischen Glauben bei vielen Andachten eine wichtige Rolle spielt. Mit insgesamt 59 Perlern und einem Kreuz ausgestattet findet man auch heute in fast jedem katholischen Haushalt einen oder mehrere Rosenkränze vor. Während die einzelnen Perlen durch die Hand gleiten, sprechen die Gäubigen ihre Gebete, wobei meist eine Abfolge von “Vater unser”, “Ave Maria” und “Ehre sei dem Vater” eingehalten wird. Die Perlen helfen dabei, die Reihenfolge der rituellen Gebete einzuhalten.

Rosenkranz als Hoffnungs- und Trostspender

Verstirbt ein Familienmitglied, so findet sich die Familie, oft aber auch Freunde und Nachbarn zur Totenwache ein. Dabei wird dem Toten eine letzte Ehre gewährt und gleichzeitig auch für seine ewige Seele gebetet. Neben dem Totengebet ist es dabei auch üblich, den Rosenkranz zu beten. Auch bei der Aussegnung, die meist im Leichenschauhaus stattfindet, wird der Rosenkranz häufig gebetet. In der Regel wird auch an einem Abend vor der Beerdigung, oder auf Wunsch der Hinterbliebenen auch an mehreren Abenden, in der Kirche ein Rosenkranz für den Verstorbenen gebetet. Tag und Uhrzeit dafür werden mit dem Bestattungsunternehmen abgesprochen und bekannt gegeben, so dass auch Nachbarn und Freunde an dem Gebet teilnehmen können. Oft ist es üblich, dass die Nachbarn die Rolle des Vorbeters übernehmen.

Das Rosenkranz Beten hat für die Hinterbliebenden eine beruhigende Wirkung. Das rituelle Wiederholen der Gebete gleicht einer Meditation, bei der das Leben Jesu durch die Augen der Mutter Gottes gesehen wird und der Betende erfährt Frieden.

Der Rosenkranz als Grabmitgabe

Immer wieder ist es üblich, dass dem Sterbenden oder Toten der vetraute Rosenkanz um die Hände gelegt wird. Wer im Leben auf seinen Rosenkranz vertraut hat, möchte diesen auch in der Sterbestunde und nach dem Tod nicht missen. Das Umlegen des Rosenkranzes, der den Verstorbenen auch in das Grab begleitet, bedeutet eine besondere Bindung an Gott und die Heilige Jungfrau.

Entstehung des Wortes Rosenkranz

Es gibt verschiedene Deutungen über die Enstehung des Begriffs Rosenkranz, der ja in seiner äußerlichen Form keinerlei Rosenschmuck aufweist. Aus heutiges Sicht nimmt man jedoch an, dass es sich um eine Übertragung handelt. Jungfrauen trugen oft Rosenkränze, um Reinheit darzustellen und dieses Symbol findet sich auch seit alter Zeit auf Marienstatuen wieder. Da nicht immer Rosenblüten zur Hand waren, wurde ein Kranz von Perlen aus Holz oder anderem Material eingesetzt, um die Gebete vor der Marienstatue zu sprechen. Im Mittelalter trug diese Gebetskette den Namen Rosarium, woraus sich auch der heutige Begriff Rosenkranz ableitet. Der Rosenkranz ist das verbreitetste katholische Volksgebet und vereinigt die Verehrung Marias als Mutter Gottes und die Frömmigkeit gegen Jesus Christus in harmonischer Weise.